
Zum Stromunfall kommt es, wenn der Mensch Teil eines Stromkreises zwischen zwei unter Spannung stehenden Teilen wird und der Stromkreis sich dadurch schließt. Je nach Stromstärke, die den Körper dabei durchfließt, reichen die Folgen von „unangenehmem Kribbeln“ über Atemnot, Angst-zustände, Krampfgefühle in der Brust bis hin zu Herzkammerflimmern und Tod. Die Loslassgrenze, d. h. die Stromstärke, ab der ein Loslassen der Stromquelle wegen Muskelver-krampfungen nicht mehr möglich ist, liegt bei 6–15 mA. Bei Hochspan-nungsunfällen (>1 kV) und wenn ein Lichtbogen entsteht, kommt es durch die starke Hitzeentwick-lung auch zu Verbrennungen.
Im Ernstfall sofort die Versorgungsspannung abschalten (Stecker ziehen!), sich selbst nicht in Gefahr bringen, Ersthelfer und Notarzt verständigen.
| Stromstärke | Dauer | Auswirkung |
| < 0,5 mA | beliebig | Elektrisierung nicht spürbar; mit Zunge ab etwa 45 µA wahrnehmbar |
| > 0,5–15 mA | beliebig | Kribbeln spürbar; ab etwa 10- 15 mA wird die Loslassgrenze (Krampfschwelle) erreicht (Hängen bleiben, Festkleben). |
| > 15–25 mA | Minuten | Krampfartiges Zusammenziehen der Hand- und Armmuskulatur, Atembeschwerden, Blutdrucksteigerung |
| > 25–50 mA | Sekunden | Verkrampfungen, starke Blutdrucksteigerung, Beeinflussung des Herzens, Bewusstlosigkeit |
| > 50 bis über 300 mA | Sekunden und weniger | Dauer der Einwirkung entscheidend; zunehmend Gefahr des Herzkammerflimmerns und des Herzstillstands; Schäden durch lokale Temperaturerhöhungen; Zerstörung des Gewebes, Platzen der roten Blutkörperchen, Austritt von Hämoglobin, Zerstörung von Muskelzellen, Gefahr des Nierenversagens |
Retter im Notfall – der Fehlerstromschalter
RCD-Schutzschalter (geläufig ist auch der Ausdruck FI-Schutzschalter) haben die Aufgabe, die Betriebsmittel (elektrisch betriebene Maschinen, Geräte, Leuchten) innerhalb von 200 ms (0,2 Sekunden) allpolig abzuschalten, wenn infolge eines Fehlers eine gefährliche Berührungsspannung auftritt.