Unterrichtsablauf

Das Unterrichtskonzept richtet sich an Berufsschullehrer und Berufsschullehrerinnen. Hier finden Sie einen beispielhaften Unterrichtsablauf, den Sie ohne weitere Vorbereitung durchführen können.

Thema – Arbeitsplatz: Punktnüchternheit und Restalkohol

Zeit: 45 Minuten

Lerninhalt

In dieser Lerneinheit geht es um die Auseinandersetzung mit dem freiwilligen Verzicht auf Alkohol am Arbeitsplatz. Welcher Unterschied besteht darin, wenn eine Vorschrift den kompletten Verzicht auf Alkohol am Arbeitsplatz vorschreibt oder ich mich freiwillig dafür entscheide. Zudem spielt das Thema „Restalkohol am Arbeitsplatz“ und mögliche Handlungskonsequenzen eine Rolle.

Vorbereitung

Für diese Lerneinheit ist das Zeigen eines Videoclips notwendig. Diesen finden Sie online hier und auf der DVD.

Information

Suchtprävention bedeutet auch: Wie gehe mit dem Konsum von potenziellen Suchtmitteln um – auch ohne abhängig zu sein. Punktnüchternheit am Arbeitsplatz bedeutet: Auf Alkohol wird nicht lediglich aufgrund von Vorschriften verzichtet, sondern aus Überzeugung. Punktnüchternheit ist ein Überzeugungskonzept, das sowohl der Gesundheit der Beschäftigten als auch der Qualität der Arbeit und der Arbeitssicherheit entspricht. Es ist leichter vermittelbar als das „generelle Alkoholverbot“, das auf den Widerstand der Beschäftigten stoßen kann. Dennoch ist in der Realität am Arbeitsplatz ein Alkoholverbot nicht selten.


Durchführung 1

Aufgabe 1: Schauen Sie den die Video Episode 2. Führen Sie eine Pro/Kontra-Diskussion über Punktnüchternheit versus Alkoholverbot am Arbeitsplatz. Welche Konsequenzen hat der jeweilige Ansatz: Entweder ich darf mit Restalkohol nicht arbeiten vs. ich will mit Restalkohol aus Überzeugung nicht arbeiten, obwohl ich könnte. Besprechen Sie auch die grundsätzliche Gefährdung, unter Alkoholeinfluss zu arbeiten.

Auswertung 1

Hier spielt der Aspekt der eigenen Entscheidung und der eigenen Verantwortungsübernahme eine Rolle. Möchte ich soweit gehen, wie eine Vorschrift es mit erlaubt und damit einen Teil meiner Verantwortung abgeben? Oder möchte ich selbst über Konsequenzen nachdenken und selbst entscheiden, auf Alkohol zu verzichten?


Durchführung 2

Aufgabe 2: Besprechen Sie die Situation aus Video Episode 2, dass Jenny sagt, wer Restalkohol im Blut hat, sollte nicht arbeiten gehen. Wie gehe ich mit Restalkohol um? Urlaub nehmen, krankmelden, alkoholisiert arbeiten? Welche Konsequenzen hat das für die Kollegen, den Ausbilder, die Ausbilderin, den Betrieb, für mich? 

Auswertung 2

Hier wird ein Dilemma deutlich: Wenn ich getrunken habe, morgens die Wirkung von Restalkohol bemerke und die Verantwortung übernehme, nicht zu arbeiten, um niemanden zu gefährden: Dann kann dies dennoch negative Folgen für meine Kollegen haben, denn sie verlassen sich auf mich. Ist dieses Dilemma vermeidbar?